100 Meisterwerke. Heute: “Das Oxymoron”
”Ich bin doch gleich wieder da”.
Diese scheinbar beiläufig geäußerten Worte des Besuchers der sonderpädagogischen Vortragsreihe “Zeichen setzen. Förderdiagnostik unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Familiensituation im Rahmen einer Stude der schulischen Integrationsstufen Inklusion, Exklusion, Separation und Integration pubertierender Kinder von Frühaussiedlern im Kontext der zunehmenden Sexualisierung der Gesellschaft und der neu eingeführten Umweltzone in Hannovers Innenstadt” setzen wahrhaftig ein Zeichen. Als ob die Fragen, zu deren Erörterung das genannte Seminar aus der Taufe endloser, zigarettenschwangerer Diskussionsrunden gehoben wurde, in kurzer Zeit oder überhaupt vermittelbar seien.
Der Künstler stellt mit dem Titel seiner Installation als rhetorischer Figur das Gefüge von Standpunkt und Gegensatz allein durch sein Handeln und gleichzeitiges Unterlassen in den Vordergrund einer bizarr inszenierten Objektkonstellation. Dem Versuch der Unterwerfung durch bloße Montage eines Schildes setzt der Fahrer des blass blau-gefleckten Volkswagen T3 die Erscheinung seines Vehikels gegenüber, welche für sich genommen bereits den Protest einer Studentengeneration im 39. Semester verkörpert und in der Pose des unerschütterlichen Widerstandes gegen einen unbegreiflichen Wahn von Verbot und Anweisung eines spießigen Machtapparates diesen durch konsequente Entfaltung des Individuums im Keim erstickt.
Auf dem offensichtlichen intellektuellen Zenit seines revolutionären Schaffens hat es der Künstler in diesem Zusammenhang nicht versäumt, subtile Vorsorge für den Fall negativer Resonanz zu treffen.
“Ey, ich hatte doch den Warnblinker an.”